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In Einklang mit der Angst....

 

//Der Apfelsinengeruch breitete sich durch das ganze Zimmer aus. Die Kerze leuchtete einsam und still vor sich hin. Etwas unheimlich, nicht anders als sonst und doch eigenartig. An seinen Fingern floß der Apfelsinensaft und tropfte unaufhaltsam auf den Teller. Voller Schönheit, die der Teller - leicht feucht, mit der Spiegelung der Kerze ausstrahlte sah er lediglich die Apfelsine im Vordergrund. Fruchtig reif, einfach und doch faszinierend.//

 

Setzen wir uns irgendwann mit dem Ende auseinander oder versuchen wir besser diesen Gedankengang mit dem täglichen Leben und der Suche nach "dem" Sinn zu verdrängen?

Leichteres und Nerven sparender ist selbstverständlich die zweite Alternative, die wohl auch die meisten Anhänger in unserer Gesellschaft wiederfindet. Vielleicht ist es die Angst, die hierbei auftritt unser größter Feind?

Natürlich, ist es schwer nachzuvollziehen, dass man keine Angst haben kann, wenn einem der Gedankengang kommt, dass alles ein Ende hat und man nicht mehr atmet. Die meisten werden wohl schon an dieser Stelle Atemnot bekommen und Ihrer WinAmp Playlist gesellschaft leisten. Wenn man weiter überlegt, wird einem im Endeffekt sofort deutlich, dass man sein Leben nicht in dem dafür vorgesehenem Maße lebt. Man wirkt nach so einem Gedankengang fast parallysiert und ängstlich - versucht sich wahrscheinlich wieder aufzufangen und mit Hoffnungsschimmern weiter nach vorne zu schauen. Was uns bleibt ist eigentlich nur die Erkentnis, dass es dadurch nicht besser wird. Das was passiert ist, ist nunmal geschehen und Vergangenheit - auch wenn diese sehr lastet. Und alleine diesen einzigen Aspekt, der vielleicht dazu verhelfen könnte, dass wir es ab diesen gewissen Sekunden besser machen - zerstören wir mit unserer bloßen banalen Art ein Mensch zu sein und verdrängen alles. Setzen diesen einen Punkt und warten bis zum nächsten stillen und angsteinflössenden Gedankengang an einem kalten Winterabend. Mit jedem Jahr wird es dann schwerer und komplizierter, was die Sache noch mehr unlösbar macht. Was passiert an dieser Stelle? Werden wir ein anderer Mensch, wenn uns unser "altes" Ich zu viel wird?

 

Mode, Trend und alles was in unserer Gesellschaft damit zu tun hat, ist für mich nichts anderes...die Flucht vor sich selbst und damit dem großen Schmerz...

 

// Die Apfelsine verschwand mit einigen langsamen Genußmomenten hinter seinen Lippen und besiegelte damit Ihr Ende.//

30.10.07 20:29, kommentieren